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3i informiert – Marktbericht Q1 2022


Sehr geehrte Kunden und Newsletter-Abonnenten,


willkommen zur Juli-Ausgabe des Q2/2022 Marktberichtes des 3i-Institutes.


Das erste Halbjahr 2022 ist Geschichte und aus Anlegersicht war es weitestgehend ein tiefrotes. Es war wohl die schwierigste erste Jahreshälfte seit Jahrzehnten. Allein die Marktkapitalisierung der 100 teuersten Unternehmen der Welt sank in den vergangenen sechs Monaten um 17 Prozent. Das entspricht einem Wertverlust von schier unvorstellbaren 6,1 Billionen US-Dollar. Nicht nur die weltweiten Bluechips waren vom Abverkauf und Wertverlust betroffen, sondern fast alle globalen Aktienindices.


Performance erstes Halbjahr 2022 ausgewählter Indices:
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Die festverzinslichen Wertpapiere der wichtigsten Industrieländer mussten ebenfalls Kurseinbrüche
hinnehmen, denn die Zentralbanken sind aufgrund gestiegener Inflationsraten gezwungen von der Null-Zinspolitik Abschied zu nehmen. Steigende Marktzinsen verursachen bei bereits emittierten Anleihen, die niedriger verzinst werden, Kursverluste.

 

Zudem ist der Euro so billig wie seit 20 Jahren nicht mehr. Erstmals seit 2002 ist die europäische Gemeinschaftswährung fast auf die Parität von einem Dollar gerutscht (Tauschverhältnis: 1 EUR = 1 Dollar), siehe Bild.

 

Insbesondere die Auswirkungen des Ukraine-Krieges und der zurückhaltende Kampf der europäischen Zentralbank gegen die hohe Inflation gelten als großer Belastungsfaktor für den EUR.
 

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Die Gründe für die massiven Kursverluste kennen Sie alle aus den Nachrichten und ist im Endeffekt das Resultat aus einer Vielzahl von wirtschaftlichen und geopolitischen Ereignissen.

 

Die hohe Inflationsrate in der Eurozone von 8,6% (Stand: Juni 2022), die weltweiten Leitzinserhöhungen der Zentralbanken (Zinswende), die Gas-Krise in Europa, mögliche Hungersnöte aufgrund fehlender Getreidelieferungen aus Osteuropa, die zukünftige Gefahr weiterer pandemischer Lockdowns in China und die damit verbundenen Lieferkettenprobleme/Materialengpässe sowie die massiven geopolitischen Spannungen (u.a. Ukraine-Krieg) haben zu einer tiefgreifenden Verunsicherung geführt.

 

Die Sorge vor einer Rezession wächst. Bei all den negativen Nachrichten sind wir dennoch zuversichtlich für das zweite Halbjahr. Denn wenn die Stimmung komplett am Boden liegt, ist dies meist ein gutes Signal für die Börsen, da der Verkaufsdruck der Marktteilnehmer nachlassen sollte. Zumindest war dies auch der Fall beim Corona-Ausbruch oder der Finanzkrise. Reflektiert wird dies auch in der Sentiment-Analyse, die die Gefühlslage der Investoren in Bezug auf die weitere Entwicklung der Finanzmärkte widerspiegelt (allgemeine Marktstimmung).


Die Anlegerstimmung zeigt extremen Pessimismus:

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Mit den einhergehenden Korrekturen an den Kapitalmärkten hat sich das Chance-Risiko-Verhältnis von Aktien stark verbessert, da das Potenzial nach oben größer ist als nach unten. Des Weiteren bieten Aktien von Unternehmen, deren Produkte und Dienste begehrt sind und die über genügend Preissetzungsmacht verfügen, nicht nur Inflationsschutz, sondern langfristig auch ein reales Wertzuwachspotenzial.

 

Wir sind daher froh, dass wir in den vergangenen Monaten durch Verkäufe den Kassenbestand weiter erhöht haben, um das Portfoliorisiko zu reduzieren und nicht zu stark an den Kursrückgängen zu partizipieren.


Insbesondere haben wir den Europaanteil im Aktienbereich abgebaut, da wir davon ausgehen, dass die EU im Gegensatz zu den USA und den asiatischen Ländern von den aktuellen Problemen besonders stark betroffen ist. Mit Neuengagements sind wir z.Zt. weiterhin noch zurückhaltend, auch wenn wir in entsprechenden Portfolios kleinere Zukäufe vorgenommen haben.


Zudem fällt bei der täglichen Marktbeobachtung auf, dass einige Branchen, die sich besonders mit
erneuerbarer Energie befassen (Solar, Windkraft, Wasserstoff, Wasserkraftwerke, Wärmepumpen usw.) vielversprechende Entwicklungen aufzeigen, die ein Investment rechtfertigen könnten.


Sofern Sie Fragen zu Ihrem Portfolio, zu Ihrer Finanzanlage oder generelle Themen zur Geldanlage haben, kommen Sie gerne jederzeit auf uns zu. Wir vom 3i-Institut unterstützen Sie gerne.


Wir wünschen Ihnen einen schönen und erholsamen Sommer.


Mit besten Grüßen


Philip und Oliver Morgen